Andrea Stoffers

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Sex als Antwort auf Liebeshunger

Frauen wie Männer, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben, reinszenieren ihre traumatischen Erfahrungen, indem sie ihren Körper abspalten, Liebe und Sex verwechseln, häufig Partner wechseln, sich prostituieren oder selbstverletzende sexuelle Handlungen vornehmen (lassen).

Ihr emotionales und körperliches Nähebedürfnis wurde seit frühester Kindheit unbefriedigt gelassen. Ihre Eltern waren emotional nicht erreichbar, was ihren Liebeshunger bedrohlich wachsen ließ. Die einzige Nähe, die ihnen zuteil wurde war möglicherweise die Nähe durch sexuelle Gewalt, sexuelle Übergriffe. Ein „Zugewandsein“, das einerseits zu weiteren Traumatisierungen führt und andererseits ihr lebenserhaltendes körperliches und emotionales Nähebedürfnis „stillt“. Ein Konflikt, der zunächst unlösbar scheint: Ohne Nähe verhungere ich, mit dieser Nähe sterbe ich auch.

Hinzu kommt, dass die sexuelle Gewalt selten ein einmaliges traumatisierendes Ereignis bleibt und zumeist von Vertrauenspersonen aus dem familiären Umfeld kommt, was den inneren Konflikt und die Schuld- und Schamgefühle noch größer werden lässt.

Um aus dieser Dynamik aussteigen zu können, braucht es Mut und Begleiter*innen, die das Opfer als traumatisierten Menschen mit einem gesunden Kern sehen, die daran interessiert sind, eine gute therapeutische Beziehung, jenseits von Zuschreibungen und Vorurteilen oder eigenen unverarbeiteten sexuellen Traumata, aufzubauen.

Das Opfer selbst kann die Dynamik, mit therapeutischer Unterstützung, unterbrechen, wenn es sich als Opfer und möglicherweise auch als späteren Täter wahrnimmt, bereit ist aus Opfer- und Täterhaltung auszusteigen, das Täterintrojekt entlarvt, die eigenen Überlebensstrategien erkennt und diese in eine gesunde, tragfähige Beziehung zu sich selbst weiterentwickelt.

Andrea Stoffers, geb. 1963, Mutter eines Sohnes (28)

Psyche: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Lehrtherapeutin (VfP), Therapeutin auf Basis von IoPT
Körper: Entspannungstherapeutin (AT), Ernährungsberaterin, Fastenleiterin, selbständige Vertriebspartnerin für Wasserfiltersysteme
Geist: Autorin (Rubikon, VfP), Mitautorin „Frühes Trauma“ (Franz Ruppert)

Absolvierte Aus- und Weiterbildungen in Familienstellen (Hellinger, Hübner, DGfS) und IoPT bei Franz Ruppert, seit über 20 Jahren in eigener Praxis tätig.
Eigenes Angebot von Weiterbildungen in IoPT von 2012 bis 2023

www.zentrumensch-neuss.de

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