Josephin Lorenz
psychoanalytischer Kunsttherapie, Designstudium an der Fachhochschule für bildende Künste Hannover,Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) nach Dr. Michael Bohne
„Ich bin der, der immer Ärger macht!“ – Neurodivergenz, Schuld, Scham und die stillen Traumatisierungen hinter dem Gefühl, „anders“ zu sein
Neurodivergente Menschen – ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – erleben häufig schon früh in ihrem Leben, „anders“ zu sein. Dieses Anderssein ist oft begleitet von Überforderung, Rückzug oder impulsivem Verhalten.
Noch immer wird diese Besonderheit zu oft als „Störung“ interpretiert.
In dieser Dynamik entstehen schnell Schuld- und Schamgefühle, die sich über Jahre oder Jahrzehnte einprägen:
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Ich mache alles falsch.“
„Ich passe nicht dazu.“
Solche internalisierten Botschaften können traumatische Spuren hinterlassen und zu einer tiefen inneren Spaltung führen – gerade dann, wenn Menschen wiederholt beschämt, überfordert oder missverstanden wurden.
Der Vortrag lädt dazu ein, Neurodivergenz aus einem anderen Blickwinkel zu sehen:
Was, wenn dieses „Anderssein“ keine Störung, sondern eine andere Art der Wahrnehmung ist, die Würdigung, Schutz und Verständnis braucht?
Im Zentrum steht der Perspektivwechsel weg vom Defizit – hin zu Ressourcen, Stärken und individuellen Ausdrucksmöglichkeiten.
Es geht darum, Wege zu zeigen, wie neurodivergente Menschen – egal welchen Alters – zurück zu Selbstakzeptanz, innerer Stärke und Selbstmitgefühl finden können. Gerade dort, wo Scham, Schuld oder traumatische Beziehungserfahrungen ihre Spuren hinterlassen haben.
Josephin Lorenz verbindet kunsttherapeutische Methoden mit der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) nach Dr. Michael Bohne.
Durch Malen, Zeichnen, plastisches Arbeiten und andere kreative Ausdrucksformen entstehen Räume, in denen Menschen ihr inneres Erleben sichtbar machen, ordnen und neu erleben können – oft ein wichtiger Schritt, um alte Beschämungen zu lösen.
Die zentrale Botschaft des Vortrags lautet:
Der neurodivergente Mensch darf authentisch sein – wir erweitern unser Verständnis, sein Erleben wertfrei wahrzunehmen.
So wandelt sich Scham in Selbstverständnis, Schuld in Selbstverantwortung, und Anpassungsdruck in eine innere Freiheit, das eigene Leben authentisch zu gestalten.
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